Die Rosa Hilfe verschickt 1986 Fragebögen an Freiburger Ärzt*innen, die Wissen und Einstellung gegenüber HIV/ Aids/ schwulen Patienten abfragen und die Übersendung von Infomaterial anbieten. Im Archiv der Rosa Hilfe finden sich zahlreiche Antwortschreiben.
"Sehr geehrte Damen und Herren,
Wir unterhalten als ROSA HILFE E.V. ein Beratungstelefon von Schwulen für Schwule und machen Öffentlichkeitsarbeit in Freiburg und Umgebung. Wir unterstützen Maßnahmen zur Hilfe und Selbsthilfe Homosexueller und verstehen unsere Arbeit als Engagement innerhalb der Schwulen Emanzipationsbewegung. In diesem Zusammenhang streben wir eine Zusammenarbeit mit Ärzten in Freiburg an.
Noch heute müssen Schwule im täglichen Leben (Wohnungssuche, Arbeitsplatz, etc.) mit beträchtlichen Diskriminierungen rechnen, in den letzten Jahren verstärkt durch AIDS und die Darstellung von AIDS in der Presse. Dies gilt auch für Arztbesuche. Schwule Patienten, die ihr Schwulsein für sich selbst noch nicht voll akzeptiert haben, sind durch Vorurteile gegenüber Homosexualität besonders verunsichert.
Um einen Überblick über Ärzte in Freiburg zu erhalten, die Homosexuellen nicht ablehnend gegenüber stehen, bitten wir Sie, uns beiliegenden Fragebogen zu beantworten."