Die in den 1970er Jahren mühsam erkämpfte relative Freiheit schwulen Lebens – mit Kneipen, Saunen und einer Stimmung sexueller Befreiung gerieten durch eine neue Welle der Homophobie ins Wanken. Neues Feuer bekam diese „Gottes Strafe“ Fraktion natürlich durch die AIDS-Krise, die 1982 in Deutschland das erste Mal der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. In dieser Phase schwankte die Politik zwischen Zwangsmaßnahmen und Kooperation, bis sich der Dialog mit den Betroffenen durchsetzte. In der Krise gründeten sich aber auch langlebige Strukturen: Aidshilfen für Beratung und Aufklärung, Vereine wie die Rosa Hilfe, sowie kulturelle und Freizeitangebote wie die Schwule Filmwoche.