Die teilweise Entkriminalisierung der Homosexualität durch die Reform des §175 am 1. September 1969 bereitete den Weg für eine neue Epoche schwulen Lebens in Deutschland. Diese rechtliche Entschärfung ermöglichte beispielsweise erstmals das öffentliche Erscheinen von Zeitschriften und die Gründung von Aktionsgruppen. Auch in Freiburg fanden sich Schwule zu oft kurzlebigen, aber wichtigen Aktionsgruppen zusammen, die mit Infotischen, Kinoabenden und Diskussionsrunden erste mutige Schritte in die Öffentlichkeit wagten. Diese Zeit von 1970 bis 1984 war geprägt von einem neuen Selbstbewusstsein und dem Kampf um gesellschaftliche Akzeptanz, auch wenn die sozialen Vorurteile und Diskriminierung noch lange fortbestanden.