Die 90er Jahre bringen eine Ausdifferenzierung und Erweiterung der Angebote in vielen Städten, neben Beratung, Selbsthilfegruppen, Gesundheitsaufklärung oder Partyabenden etablieren sich nun auch vielfach Freizeit oder Sportangebote.
In der Rosa Hilfe gibt es eine ähnliche Entwicklung, 1992 gründet sich eine Volleyballgruppe für Schwule und Lesben, die Ende der 90er zu einem eigenständigen Verein wird.
Die Motivation für ein eigenes Sportangebot wird in einem Brief an die Stadt Freiburg folgendermaßen wiedergegeben:
"Die langjährige Beratungsarbeit unseres Vereins bestätigt immer wieder die Erfahrung, daß homosexuelle Männer im Verlaufe ihrer Sozialisation im Zusammenhang mit Mannschaftssport, sei es Schul- oder Vereinssport, permanenten zum Teil geradezu traumatisierenden Erlebnissen ausgesetzt waren. Dies erklärt die hohe Barriere, die Schwule davon abhält, ganz normalen Sportvereinen beizutreten. Neben körperlichen Gesundheitsaspekten sind psychische und persönliche Reifung besonders hervorzuheben. Unser Verein hat deshalb in den letzten Jahren das Entstehen einer Volleyballgruppe mit nicht unerheblichen finanziellen Mitteln gefördert. Uns geht es nicht so sehr um Wettkampfsport sondern um Hilfestellungen, einen Platz in dieser Gesellschaft zu finden."