40 Jahre

1995

10 Jahre Rosa Hilfe

17.-21. Oktober
#vereinsarbeit | #events
Festwoche zum Jubiläum

Im Oktober 1995 feiert die Rosa Hilfe ihr 10-jähriges Jubiläum mit einem ausgedehnten Programm (siehe angehängtes SiF Heft).

Aus SiF 10.1995:

"Zehn Jahre alt ist sie nun geworden unsere Rosa Hilfe. [...] Dieser Festakt ist ein Beleg für das Ansehen, welches die Rosa Hilfe inzwischen in dieser Stadt genießt, für den Stand des Vereins im politischen, sozialen und kulturellen Leben; und das schmeichelt ihr, der Rosa Hilfe.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Kontakte sowohl mit offiziellen Vertretern der Stadt als auch mit der Polizei. Es wurde und wird teilweise intensive Lobbyarbeit betrieben; die Früchte dieser Arbeit sind offenbar: So wurde z.B. unser Mietzuschuß erhöht und bei der Polizei rennen wir nun bald offene Türen ein. Die Behandlung von Schwulen durch die Polizei ist besser geworden. […] Keine Rede mehr von 'Rosa Listen'!?
Die Politik der gegenseitigen Rücksichtnahme und Zusammenarbeit geht so weit, daß die Rosa Hilfe Parkbesucher auffordert, gebrauchte Kondome und Papiertaschentücher in die Mülltonnen und nicht ins Gebüsch zu werfen (so geschehen z.B. in SIF 4/95). Die Rosa Hilfe als Erfüllungsgehilfe des Gartenamtes. Niemals zuvor war das Angebot der Rosa Hilfe an Beratung, Kultur und Vergnügungsmöglichkeiten größer als heute. Und das mit einer Personaldecke, die nicht dicker ist als vor vier oder fünf Jahren.

Dafür bezahlen wir einen hohen Preis. Die Rosa Hilfe ist dabei, sich die patriarchalischen Strukturen unserer Gesellschaft in einem weitaus größeren Umfang zu eigen zu machen, als bisher geschehen; Formalisierung und Institutionalisierung schreiten fort, all dies vorgeblich im Dienste der Effektivitätssteigerung; unselig gepaart mit einer 'Libertinage des Handelns' - erlaubt ist was gefällt. Sie reagiert mehr als daß sie agiert. Der basisdemokratische- sowie der Selbsthilfecharakter der Gruppe droht, verloren zu gehen. [...]"