40 Jahre

1989

CSD 1989

24. Juni
#aktivismus | #events
20 Jahre Stonewall Demo

In den 80er, 90er und frühen 2000er Jahren hatte nicht jede größere Stadt in Baden-Württemberg wie heute ihre eigene CSD Parade. Stattdessen wanderte der Südwest-CSD jedes Jahr an einen anderen Ort. 1989 war die Parade, damals noch unter dem Namen ,,Stonewall- Schwule und Lesben Demo“, zum ersten Mal in Freiburg.

"So war der erste Christopher Street Day 1989 in Freiburg"

Ausschnitt aus der Badischen Zeitung vom 21. Juni 2019 von Frank Ohlhoff (https://www.badische-zeitung.de/so-war-der-erste-christopher-street-day-1989-in-freiburg):

"Queere Gruppen gab es in Freiburg zwar schon vorher, aber erst mit der Frauenbewegung der 60er Jahre, der Anti-AKW-Bewegung der 80er und der
Schwulenrechtsbewegung aus den USA sind sie stärker aufgetreten. Auch die Aids-Krise ab 1982 brachte die Homosexuellenbewegung vermehrt an die Öffentlichkeit. Ausschlaggebend für Freiburg war auch die Gründung der Rosa-Hilfe im Jahr 1985, sagt Heudorf." [Dirk Heudorf war damals Mitglied im CSD-Verein]

"Es gab harte Auflagen und etliche konservative, katholische und bürgerliche Parteien und Gruppen haben sich vehement gegen die Veranstaltung gesträubt", erinnert sich Heudorf. ... Aber auch innerhalb der Community hätte es starke Auseinandersetzungen gegeben, vor allem zwischen dem lesbischen und schwulen Flügel."

"Dem zum Trotz konnte die Demo schließlich durch die Innenstadt ziehen, sogar durch die Kajo und vor dem Erzbischöflichen Ordinariat in der Schoferstraße habe man ein Satire-Theaterstück vorgeführt. Es gab politische Kundgebungen und an die 1000 Teilnehmer."

"Die Veranstaltung war auch als Erinnerungsfeier zum 20-jährigen Jubiläum der Stonewall-Aufstände 1969 konzipiert worden und um Außenstehende miteinzubeziehen  seien Luftballons verteilt worden, unter anderem mit der Aufschrift: "Wenn ich groß bin, werd ich schwul/lesbisch."

Robert Sondermann, nun schon seit 20 Jahren Berater bei der Rosa-Hilfe und Aids Hilfe in Freiburg und 1989 Student, erinnert sich wofür er damals eigentlich demonstriert hatte: "Es ging damals nicht um die Ehe für alle oder so was. Das empfanden viele als zu bürgerlich und spießig. Nein, es ging in erster Linie darum, einfach in Ruhe gelassen zu werden, und wegen seiner Sexualität akzeptiert und respektiert zu werden. Man wollte einfach frei sein. Das war der erste Schritt. Außerdem hätte niemand gedacht, dass es jemals zu einer Öffnung der Ehe oder etwas Vergleichbarem kommen würde."

Heutiger Rückblick einer Mitorganisatorin auf den CSD 1989:

https://www.unicross.uni-freiburg.de/vom-aufstand-zur-demonstration/

 

Demofotos von commons.wikimedia.org, Volker Kmiecinski, CC BY-SA 4.0