40 Jahre

2000

Corpus Christi

#aktivismus
Backlash und Debatte um ein Theaterstück

"Das Theaterstück ""Corpus Christi" des amerikanischen Pulitzer-Preisträgers Terrence McNally wird bereits seit seiner Uraufführung 1998 in New York von Ausschreitungen begleitet. Schon drohten Katholiken mit Bombenanschlägen, weil sie es unerträglich fanden, dass ein neuzeitlicher Jesus und seine Apostel als lebenslustige und trinkfreudige Homosexuelle dargestellt werden" (Stuttgarter Zeitung, 22.02.2000)

Auch in Deutschland kam es zu Protesten gegen geplante Aufführungen des Stücks, das in einigen Städten wieder vom Spielplan gestrichen wurde.

Aus dem SiF Artikel "Corpus Christi und die Kapitulation vor der rechten Gewalt" (SiF Juni 2000):

"Umgekehrt treten Religionsanhänger - und nicht nur fanatische - die Rechte Andersfühlender und Andersdenkender mit Füßen - und das bereits seit mehreren Tausend Jahren. [...] Auch hierzulande und heutzutage hat Religion einen deutlichen Anteil an der alltäglichen antisexuellen Cewalt: christlicher Erziehung in Schulen und Gemeinden wird es nach wie vor nicht verwehrt, z.B. Homosexualität als abartig und krank einzustufen. [...] Die überdurchschnittlich hohe Selbstmordrate unter homo- und transsexuellen Jugendlichen spricht eine deutliche Sprache. Auch psychische, teilweise lebenslange Schädigungen treffen oft genug die nichtkonformen Opfer der christlichen Glaubenserziehung: neben Psychosen treten logischerweise auch Drogen-, Alkohol- und sonstige Abhängigkeiten auf."

In Freiburg formiert sich ein breites Bündnis, um das Theaterstück gegen Angriffe zu verteidigen und die Aufführung am 18. Juli 2000 zu unterstützen, die im Gegensatz zu anderen Städten in Baden-Würrtemberg nicht abgesagt wurde. Die wichtigste Aktion des Bündnisses ist ein Soli-Hock am Stadttheater am Tag der Aufführung.