Am 1.2.1991 bekam die Gruppe ,,Bisexuell leben" die Nutzung der Räume der Rosa Hilfe für ihre Gruppentreffen zugesichert.
Text des Flyers der Gruppe:
Bisexualität heißt nicht schwul, nicht lesbisch, nicht hetero zu sein. Bisexualität heißt, offen zu sein für beide Geschlechter, Männer und Frauen.
Die Gesprächsgruppe "Bisexuell leben" will sich gegenseitig helfen, Unsicherheiten auszuräumen, die eigenen Gefühle zu akzeptieren, Selbstbewußtsein zu entwickeln.
Wir wollen lernen, uns bewußt für beide Geschlechter zu entscheiden. Dabei wollen wir Erfahrungen austauschen und über Gefühle sprechen, die uns wichtig sind. Außerdem sollen die Rollenstruktur und das Rollenverständnis der Geschlechter kritisch hinterfragt werden.
Wir werden mit der Frage konfrontiert sein: wie reagiert die Umwelt auf meine Gefühle und mein Verhalten? Was sagen Freund oder Freundin, Bekannte und Familie dazu, daß ich bisexuell bin?
Wir fragen uns, wie kann ich Bisexualität in der Praxis leben, ohne dabei "doppelten Frust" zu erfahren.
Ein Fernziel ist es, Bisexualität zum Thema in der Öffentlichkeit zu machen und für Toleranz und Offenheit in der Gesellschaft zu werben. Es gehört schon eine gewisse Bereitschaft dazu, bisexuell leben zu wollen. Aber es gilt der Satz: "Es gibt nichts gutes, außer man tut es."
Die Gesprächsgruppe "Bisexuell leben" ist keine Selbsthilfe oder Selbsterfahrungsgruppe im
eigentlichen Sinne, sie hat auch keinen therapeutischen Anspruch, es ist vielmehr eine Gruppe, wo sich Männer und Frauen treffen, um über das zu sprechen, was sie verbindet, nämlich Bisexualität.
Die Gruppe ist für alle interessierten Frauen und Männer jederzeit offen, auch Menschen, die in festen Bindungen stehen, deren Partner, sowie Mütter und Väter sind herzlich eingeladen.