1983 entsteht auf private Initiative der direkte Vorläufer der Rosa Hilfe, das Rosa Telefon, eine Anlaufstelle für Beratung zu verschiedensten Themen wie Coming Out, Kontaktsuche, AIDS oder Gruppenangeboten. Der Telefonanschluss läuft zunächst über eine private Wohnung, später über das Jos-Fritz.
Drei Jahre später wird die Motivation für die Einrichtung des Telefons folgendermaßen geschildert:
"Unsere Absicht ist, aus eigener Erfahrung und Betroffenheit im Umgang und Leben von und mit Homosexualität und Schwulsein, anderen (angehenden) Schwulen in Form von Beratung unterstützend und fördernd beizustehen. Für einen Anrufer ist es wesentlich einfacher, zu wissen, daß er mit jemand spricht, der grundsätzlich schon seine Gefühle und Empfindungen teilt, gleiche Erfahrungen gemacht hat, als erst noch einem heterosexuellen Berater(in) den Sachverhalt erklären zu müssen. Wir glauben, daß dieser Vorteil die Mängel der Laienberatung ausgleicht.
Erklärtes Ziel unserer Beratung ist, GRÖSSERE AUTONOMIE - SELBSTBESTIMMUNG UND ENTWICKLUNG EINER EIGENSTÄNDIGEREN PERSÖNLICHKEIT: Den Weg dazu sehen wir fast immer in einer Gruppe, die dafür den entsprechenden Lern-Übungs-Schonraum und auch die entsprechenden Forderungen bietet."