Im Sommer 1982 gründet sich eine weitere aktivistische Gruppe, die Schwulengruppe im Autonomen Zentrum Freiburg (AZ) im Glacisweg. Das AZ brennt im Januar 1985 aus bis heute ungeklärten Ursachen ab, damit wird die Gruppe heimatlos.
Nach dem Brand berichtet ein Mitglied der Gruppe anonym über Selbstverständnis und Aktivitäten der Gruppe:
"Die Zeit im AZ war gefüllt mit vielen Aktivitäten: Theater, Theken Festen, Diskussionsveranstaltungen, Flugblattaktionen, ... Nach außen eher glänzend. In der Gruppe lief vieles schief. "Wer ist der wichtigste?" , das Spiel der Spiele. Eifersucht. Beziehungsdramen. Verletzungen. Konkurrenz. Oft war der Schwanz der Stolperstein. Und doch sind wir noch immer da als Gruppe. Nach vielen Frustrationen. Haben vielleicht gelernt, unsere Ansprüche an uns niedriger zu hängen. Mehr als 2000 Jahre Mann und nur Mann lassen sich nicht mit einer Kopfentscheidung wegändern, schon gar nicht wegdiskutieren. [...]
Was wir wollen? Wir könnten sagen: Gegen die Unterdrückung der Schwulen kämpfen. Eine einfache, jedem einleuchtende Antwort. Es ist schon gesagt, wir sind schwule Männer, und als Männer profitieren wir auf der einen Seite ganz gewaltig davon: Mann sein ist schon mehr als die halbe Miete. Schwul und Mann, der Genuß schlägt allzu leicht um, wir Künstler im Zelebrieren der Männlichkeit. Wir wollen... Wir stellen Fragen, schauen, was wir wie tun. Den Weg kennen wir nicht.
Weshalb gerade im AZ ? Vom Ghetto schwule Subkultur ins Ghetto AZ ? Unsere Lebensbereiche liegen zu einem wesentlichen Teil in der "alternativen" Szene, und da bot sich das Autonome Zentrum geradezu an als Probierfeld in einer heterosexuellen Männerwelt. Die Zeit hat uns recht gegeben, es entstanden neue Ansätze, neue Freiräume. Und so fehlt uns das AZ, echter Mangel."
(vollständiger Text siehe angehängte PDF)