H6G ist die Fortsetzung der 1972 gegründete Gruppe ,,Homosexualität und Gesellschaft", von der sich 1973 der ,,Arbeitskreis Homosexuelle in der Gesellschaft" abspaltet. Es handelte sich nach eigener Aussage um: "eine Emanzipationsgruppe, in der Schwule, Lesben, und heterosexuelle Männer und Frauen gemeinsam an ihrer Emanzipation arbeiteten. (Schwule waren zahlenmässig immer dominierend und ausserdem waren Berufstätige und Studenten in ihr vertreten.) Am Beispiel der Unterdrückung der Homosexualität versuchte die Gruppe die sexuelle Unterdrückung jedes einzelnen Mitgliedes erfahrbar zu machen und Lösungswege (nicht nur individuell verstanden) sichtbar zu machen." (linksunten, 5. Nov. 1975). Gruppenaktivitäten waren:
"- eine Rundfunksendung (PRISMA)
- eine Flugblattaktion in der Stadt zum 175
- eine Seminaraktion in der PH (1 Semester)
- eine Filmwoche über Sexualität mit dem KOMMUNALEN KINO
- dazu einen Informationsstand in der Stadt
- 3 INFOS
eine grosse Sommerfete im Barkeller der ALTEN UNI /
- 1/2 Jahr lang Freitagsfeten mit Information und Flugblättern
im A.IZ
- etliche Veranstaltungen (Film, Diskussion) und Zusammenarbeit mit anderen politischen Gruppen"
In der Zeitschrift ,,linksunten" gab die Gruppe ihre Auflösung bekannt, die am 1. Oktober 1975 erfolgt sei. Als Gründe werden genannt, dass die Gruppe sich sehr schwer getan habe mit der Einbindung neuer Mitglieder und zudem in theoretischen Diskussionen versunken sei: "Gerade aber bei der Selbsterfahrung haperte es. Wir r e d e t e n fast durchweg mehr über Sexualität, Emotionen und deren gesellschaftliche Bedingtheit (Manipuliertheit) , als dass wir unsere Sexualität und unsere gesellschaftlich bedingte Beschränktheit gemeinsam erfahren hatten. (ein ausgetretenes Mitglied hatte das schon vor 1 1/2 Jahren kritisiert) [...] Der H6G fehlten durchweg Lockerheit, Spass, Törns und Kreativität, statt dessen gab es viel "Wissenschaftlichkeit", und Psychologisiererei."
Anscheinend gab es noch einen Versuch, die Gruppe wiederzubeleben. Wiederum in ,,linksunten", diesmal Nummer 4 von 1975, erscheint ein Infobild zu Schwulengruppen in Freiburg, das eine "HsexG neue Initiative" nennt. Als Treffpunkt angegeben ist die Buchhandlung Jos-Fritz. Wann sich die Gruppe endgültig aufgelöst hat, ist uns nicht bekannt.
Audiobeitrag von https://queere-geschichten-freiburg.de/ (Station 27)